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Mittwoch, 08. September 2010

   GIG 09/10

GIG-Events


GIG-Konzertvorsch.


GIG-Präsentat.


DIE HAPPY

Freitag 08.10.10 um 20 Uhr im Rosenhof, OS


Gewinn' mich!


UNI-GIG


Jobs beim GIG

 

Redaktion

Zum Reinschnuppern! Einige redaktionelle Highlights unserer neuesten Print-Ausgabe können hier vorab gelesen werden. Das "ganze" GIG gibt es ab sofort kostenlos an fast 400 Auslegestellen in Münster, Osnabrück und den dazugehörigen Großräumen.


 

 

 

Fest der Kulturen

Multikulti zum Anfassen und Mitmachen bietet das alljährliche Fest der Kulturen auf dem Osnabrücker Marktplatz. Rund 80 verschiedene Vereine und Initiativen sind dort vertreten, um mit den „Einheimischen“ gemeinsam zu feiern. Mit kulinarischen Spezialitätenständen, folkloristischen Tänzen sowie Breakdance- und Hip-Hop-Klängen geht es dabei genauso bunt zu, wie man es sich von einem Zusammentreffen so vieler Nationen erhofft. (vho)

>> 19.09. OS - Marktplatz, 13-19 Uhr; www.osnabrueck.de


Board Art Projekt

Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren hat sich der Skateshop Sevenply nun endlich erweichen lassen und in Kooperation mit dem Café FYAL ein zweites Board Art Projekt auf die Beine gestellt. Als Entschädigung für die lange Wartezeit wird es dafür diesmal deutlich mehr Decks geben, die von Grafikern, Designern, Tätowierern und anderen Künstlern umgestaltet werden. After-Show-Party und Lichtinstallationen bieten zusätzlichen Anreiz für einen Besuch des 2. B.A.P.s. (vho)

>> 04.09. MS - Café FYAL, 19 Uhr; www.sevenply.de/board-art-projekt

 

 

Arcade Fire

The Suburbs

Dass manche Platten mit jedem weiteren Hören besser werden, ist natürlich Unsinn. Das Produkt bleibt, wie es ist, aber wir Konsumenten reagieren unterschiedlich. Um das dritte Album von Arcade Fire schätzen zu lernen, muss man nicht allzu viel Mühe aufwenden. Doch zunächst vermittelt „The Suburbs“ durchaus den Eindruck einer ambivalenten, gleichwohl spektakulären Mischung aus wie zusammengekarrt und ausgewalzt wirkenden Motiven und hoch verdichteten Ornamenten.

Ist die hoch gepriesene Band aus Montreal also doch nur ein Club blasierter Dünnbrettbohrer? Deren Vorsitzender Win Butler spult unter manchmal ins Ätherische schwappenden, gleißenden Songlandschaften einen roten Faden ab: Erinnerungen an eine Jugend, an ein Zuhause, von dem gerade noch eine verwitterte Landschaft geblieben ist. Geschichten vom Zusammenaufwachsen und Auseinanderleben: Geschickt dem Thema folgend erzählt „Suburban War“ von adoleszenter Identitätsfindung, wie andererseits der als stoischer Punkrock deutlich herausfallende Titel „Month Of May“ das Bandleben auf den Punkt hämmert.

Wo düstere Bilder von Städten ohne Kinder entworfen werden, sind es an anderer Stelle ungewohnte Anflüge von Humor, die mit dazu beitragen, dass die Band im Verhältnis zu ihren Vorgängerwerken hier insgesamt nicht nur klanglich weniger aufgeblasen wirkt. Wolfgang A. Müller

•••• City Slang/Universal - www.arcadefire.com


Ray LaMontagne And The Pariah Dogs

God Willin‘ & The Creek Don‘t Rise

„New York City‘s killing me“, singt Ray LaMontagne. Das kann man sich gut vorstellen. Er ist jemand, der mit seinem Schmerz gerne allein ist. Die meiste Zeit jedenfalls. Vor kurzem hat sich der Eremit in einem abgelegenen Winkel von Massachusetts ein Haus gekauft, zu dem ein Raum gehört, der früher als Ballsaal genutzt wurde. Dort hat er seine Tour-band hinbestellt und mit ihr innerhalb weniger Tage sein viertes Album aufgenommen. Schnell merkt man, wie Gesang und das Spiel der Instrumente von der Akustik profitiert haben, wie die Musik atmet. Nun wäre das natürlich vergebene Liebesmüh‘, wenn das Songmaterial nicht besonderen Ansprüchen genügen würde.

Aber da muss man sich bei LaMontagne auch dieses Mal keine Sorgen machen. Der Opener „Repo Man“ ist ein kraftvolles Blues-Stück, das von einem rhythmischen Groove unterfüttert und vom Sänger mit viel Trotz in der Stimme interpretiert wird. Die herzzerreißende Ballade „This Love Is Over“ steht für die genau entgegengesetzte Seite des Stimmungsspektrums, auf der sich LaMontagne schon länger heimisch fühlt. Als Hörer muss man da einfach eine Gänsehaut bekommen. Wer diesen überragenden Singer/Songwriter bislang nicht entdeckt hat, möge dies nun bitte endlich nachholen.
Thomas Weiland

••••• RCA/Sony Music - www.raylamontagne.com

 

 

Fish Tank

Die 15-jährige Mia legt sich gern mit allen und jedem an. Mit der verwahrlosten Mutter, der kleinen Schwester oder den Girls vom Block. Nur wenn sie alleine vor dem Fernseher zu Hip-Hop-Songs tanzt, schimmert ein bisschen Glanz in den Augen des wütenden Teenagers. Alles ändert sich, als plötzlich der gut aussehende Connor (Michael Fassbender) halbnackt in der Küche steht. Der neue Freund der Mutter entpuppt sich als wahrer Glücksgriff für Mia: Er taugt nicht nur zum Anhimmeln, sondern gibt auch den verständnisvollen Vaterersatz – wäre da nicht jene sexuelle Komponente, die bald fatale Folgen haben wird. Denn der nette Connor hat ein garstiges Geheimnis.

Was zum moralinsauren Rührstück aus dem sozialpädagogischen Klischeebaukasten mutieren könnte, entwickelt sich bei Arnold zu einer packenden Coming-of-Age-Geschichte der rigorosen Art. Mit faszinierender Leichtigkeit ist die sensible Kamera immer ganz nah dran an den Figuren und versetzt das Publikum souverän und unaufdringlich in Mias Perspektive.

Deren leinwandpräsente Darstellerin Katie Jarvis gerät dabei zum ganz großen Coup: Die bis dato unbekannte arbeitslose Schulabgängerin trägt in fast jeder Szene gleich einen ganzen Film und stiehlt dabei mit ihrer grandiosen Lässigkeit dem gewohnt coolen Shootingstar Michael Fassbender fast die Show. Regisseurin Arnold bekam für ihr kitschfreies Meisterwerk in Cannes den Jury-Preis – wie zuvor schon für ihr Debüt „Red Road“. Noch mehr da capo geht kaum. Dieter Oßwald

••••• GB 2010; Regie: Andrea Arnold; mit Katie Jarvis, Michael Fassbender, Kierston Waring, Rebecca Griffiths, Sydney Mary Nash u.a.; Bundesstart: 23.09.; www.fishtank-film.de


Mammuth

Gérard Depardieu spielt hier mit Riesenwampe, Langhaarpracht und viel Lakonie den Fleischergehilfen Serge, genannt Mammuth. Der wird von seinen Kollegen spröde in den Rentenstand verabschiedet, kann aber zum Leidwesen seiner Gattin Catherine (die wunderbare Yolande Moreau) mit der vielen freien Zeit nur wenig anfangen. Da kommt ihm der Umstand ganz gelegen, dass er beim Rentenantrag gesagt bekommt, dass ihm zahlreiche Nachweise von seinen früheren Beschäftigungen fehlen. Also setzt er sich auf sein altes Motorrad und stürzt sich ins Abenteuer Landstraße auf der Suche nach seinen früheren Arbeitgebern.

Die Namen Benoît Delépine und Gustave Kervern stehen für hinterhältige Unterhaltung der speziellen Art. Und so lassen es sich die beiden Anarchisten bei Mammuths Begegnungen mit diversen Figuren aus der Vergangenheit nicht nehmen, immer wieder urkomische, nicht zwingend geschmackssichere Situationen und bis ins Surreale gehende Irritationen einzustreuen, deren oft nonverbaler Humor in seiner Langsamkeit an Aki Kaurismäki erinnert. Einzig die kurzen Traumsequenzen mit Mammuths verstorbener großen Liebe Yasmine (Isabelle Adjani) wirken etwas aufgesetzt. Dennoch: ein verquerer Kinospaß mit einem Monument namens Gérard Depardieu im Zentrum. Martin Schwarz

••• USA 2009; Regie: Benoît Delépine und Gustave Kervern; mit Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Isabelle Adjani u.a.; Bundesstart: 16.09.; www.x-verleih.de